Normal

Er trinkt eine Gummiwärmflasche aus, die Stunden vorher noch den Bauch der Geliebten gewärmt hat. Er findet nichts Außergewöhnliches dabei. Ebenso selbstverständlich isst er begeisterungslos in der guten Stube neben dem TV-Bild einer enthäuteten Katze. So gesehen, ist er recht empfindungslos und nur zufällig bis zum Erbrechen sentimental. Er träumt gewaltfrei und lässt den Gedanken nicht fallen, wichtig zu sein. [weiterlesen]

Wörter

Eingekeilt zwischen Wörtern, die wie Schutzschilder die Angriffe anderer Wörter, die verletzen und kränken, abwehren. Eingezwängt in Wörtern, die wie Magnete andere anziehen, erwünschte, gleichgesinnte und die unerbetenen feindlichen, die entstellen und verführen. Worte zerteilen das Wahrnehmbare, schlagen Breschen ins Chaotische, damit der Mensch sicheren Schritts darin wandeln kann. Worte trennen das Zusammenhängende und setzen es neu zusammen, damit verstören [weiterlesen]

Behauptung 2

Verhör und Aussageverweigerung sind die beiden Begriffe, mit denen am zutreffendsten die Funktion zu beschreiben ist, die die Sprache im Medienzeitalter, das nun unabweisbar heraufgezogen ist, hat.

Behauptung 1

Die (da)vorgestellte Grenze ist die zivilisatorische Grenze, Schutzwall gegen die Schrecken der Natur, gegen die Gewaltsamkeit des Todes. Zwischen ihr und der absoluten Grenze, die der Tod bildet, erstreckt sich das gefährliche Terrain tabuisierter Zonen.