Mond 3

Zu Hause dann, ausgepackt, fein säuberlich, Verpackungsmüll entsorgt, Gebrauchsanweisung beiseite gelegt, Garantiekarte in die Schublade, Ausschau gehalten nach der geeigneten Stelle, Haken in die Decke getrieben, eine Metallkette, daran das Prachtstück gehängt, darum herum gegangen, den Scheinwerfer justiert, die Jalousien heruntergelassen. Er dreht sich im Lichtkegel, etwas zu schnell, aber nicht schnell genug, um es reklamieren zu können. Die richtige [weiterlesen]

Mond 2

Am Fenster, immer am Fenster, stundenlang, Tag für Tag, der Blick auf die Passanten, von oben, vom vierten Stock, nachts dann in den Himmel glotzen. Schluss damit! Nein, nicht rausfliegen, normal, auf den Hausflur, die Treppen hinab, schon auf dem Weg auf einem Bein und dann rein ins Vergnügen, zwischen den Regalen hickelnd, altes Kinderspiel, bis er dann unter dem [weiterlesen]

Zwischenbericht

Nach Auskünften glaubwürdiger Informanten bleiben die intellektuellen Wegbereiter vergangener Rebellionen nicht vor einer fundamentalen Zerrüttung gefeit. Ihre Zeitschriften verblassen ungelesen, die Zeit verrinnt, ihr kümmerlich Gelebtes gerinnt ihnen zum bloßen Erinnerungsfragment. Ihr Ende ist eingeläutet. Ihre Resignation bahnt sich den Weg durchs körperliche Symptom. Das kaschierende Make-Up zerläuft schneller und offenbart umso deutlicher die Fratze des Absterbens. Einige modische Selbstmordinszenierungen [weiterlesen]

Mond 1

Ach, ich muß gestehen, ich bin bloß ein zottiger Bettler, kein Dichter, den die Hinterlassenschaften anderer Dichter zu schreiben beflügelt. Ich bin ledig und die Hauptsache ist meine Bettstelle, und dass Bier fließt … Nacht für Nacht taumele ich. Meine Marotten sind nicht tief ausgeprägt. Ich bin wie eine kleine, graue Woge… Wer mich am Kragen packt und rüttelt, vernimmt [weiterlesen]