Holz

Holz ist langlebig, sagt man. Es dauert lange, bevor es verrottet, und es wärmt und riecht gut, wenn man es verfeuert. Viele stehen ja auf Holz als Brennstoff, von wegen der Nachhaltigkeit und der Unabhängigkeit. Wälder hat es genug in Deutschland, Gasvorkommen weniger, manchmal sorgt es mich, dass ich eine Gas-Etagenheizung in meiner Wohnung habe, manchmal kümmert es mich nicht. So geht es mir auch mit anderen Sachen, dem Fluglärm zum Beispiel, unterirdischen Bahnhöfe, schlechter Luft, ungesunder Nahrung, verstopften Straßen und Briefkästen, Ärger mit den Nachbarn, Mieterhöhungen, umgekippten Mülltonnen, mehr Arbeit, keiner Arbeit mehr. Manchmal wundert es mich, dass überhaupt noch etwas geht, bei all dem, was schief läuft, und dann wieder halte ich mich an das Thema. Natürlich wäre es schön ein paar Scheite mehr zu haben, ein schönes Feuer ist eine feine Sache, aber nicht meine. Dafür sind andere besser qualifiziert. Weltenbrand ist etwas für Pragmatiker, für die, die wissen, worauf es ankommt, wenn es einmal eng wird, wenn sie das Gefühl bekommen, dass sie sich beim Lächeln anstrengen müssen, wenn es ihnen nicht schon beim morgendlichen Aufstehen einfach kommt, es ihnen unwillkürlich die Lippen zu einem breiten Grinsen verzieht. Ich bin kein Pragmatiker, nie gewesen, sitze den lieben langen Tag am Fenster und schaue nach draußen, sehe denen zu, die morgens ausrücken und sich abends heimschleichen. Dazwischen passiert wenig. Ach übrigens, mein Fensterbrett ist noch aus Holz. Damit ist die Sache ja wohl rund genug. Oder?

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