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K-03

Nicht wenige, die ihn bedauern, wenn sie seinen Namen hören und erfahren, dass es sich um keinen Spitznamen handelt. Das Bedauern legt sich, sobald sie ihm öfter begegnet sind, wird allerdings nicht von Bewunderung abgelöst, auch nicht von etwas anderem. In diesem Fall, der wahrscheinlich gar nicht so selten ist, verschwindet einfach etwas, ohne dass etwas an seine Stelle tritt. Wer sich die Welt voll vorstellt, glaubt vielleicht, dass beim Verschwinden von Einem, notwendig ein Anderes zum Vorschein kommt, oder dass es zur Anhäufung von Neuem und sehr vielem davon des Verschwindens bedarf, dass also erst Platz geschaffen werden muss, damit das Neue sich darin ausbreiten kann, weil sich sonst alles bis zum Himmel auftürmt. Wie auch immer, wer ihn erst einmal kennen gelernt hat, weiß, dass man mit ihm kein leichtes Spiel hat. Sagen auch seine Freunde, nicht nur diejenigen, die lediglich beruflich mit ihm zu tun haben.
Ist nicht leichter geworden, seitdem er aufgehört hat zu reden, genauer, seit er aufgehört hat etwas zu sagen. Er ist nicht gänzlich verstummt, aber mehr als zur alltäglichen Verständigung Nötiges kaum nicht aus ihm heraus. Und ein paar Höflichkeitsfloskeln, schließlich ist er kein Stoffel. Ist er nie gewesen. Selbst bei Verhören ist er höflich. Charmant und witzig sogar, wenn er will und eine Frau vor sich hat. Augenblicklich lässt er andere die Verhöre machen. Weil es bei Verhören nichts zu sagen gibt, für ihn nicht und grundsätzlich, wenn man es recht bedenkt. Gestehen, ja, aber das ist eine andere Sache. Vielleicht auch eine andere Geschichte.

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