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K-07

Die ersten Tage in L.A. Eine Erinnerung. Die ersten Züge durchs Quartier, mit Andreas, durch die Kneipen. Die Frauen haben wir längst abgeschüttelt, um besser saufen zu können. Mit jedem Schluck haben wir uns unsere großartige Zukunft prächtiger, imposanter ausgemalt. Wir haben getrunken und alles ist bedeutsam gewesen. Schwimmen im Strom unserer Worte und Ideen. Die Ideen sind schneller als unser Vermögen zu sprechen. Und wir wissen beide, dass das so sein muss. Schließlich sind wir der Welt voraus. Die Worte gehören der Welt. Am Morgen nach Hause. In Andreas Zuhause. Dort ist noch Bier gewesen, Bier, um unsere Ideen vor der Müdigkeit zu schützen. Und da ist sie gestanden, eine alte schwarze Reiseschreibmaschine. Ich bin sofort bereit gewesen, sie meine Wut kosten zu lassen, habe ihr mein Bewusstseins-Stottern anvertraut, wild und ungestüm, habe ich auf sie eingedroschen. Der Zwang ist so groß gewesen, die Produktivität so klein.
Am Morgen ein Kater und ein miserables TV-Programm. Auf allen Kanälen. Mist. Kopfschmerzen. Ich warte auf A., mit der ich verabredet bin. Längst bereue ich diese Verabredung. Hoffentlich ist sie wenigstens still. Ich weiß, dass sie meinen Zustand missbilligen wird, so oder so. Ich bin für so. Will nur meine Ruhe, und dass der Kopfschmerz aufhört. Andreas schläft noch.

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