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K-09

Bevor etwas beginnt, eine Geschichte beginnt, ist schon etwas davor, eine Vorgeschichte, könnte man sagen, sage ich, eine Vorgeschichte, die meist verschwiegen wird, nicht aus Vorsatz, eher aus Nachlässigkeit gegenüber dem Selbstverständlichen. Man schweigt einfach über das Davor. Wer spricht schon beim Sonnenaufgang von einer durchschlafenen Nacht. Jedoch diesmal, ich schwöre es, keine Vorgeschichte, nicht mal eine mögliche Geschichte. Nichts worüber ich sprechen will. Nur so viel, dass es sich ereignet hat.
Ich habe immer geschwiegen, zu der Tatsache, wie er es genannt hat, geschwiegen, bis es mir zu viel geworden ist, und ich mich aufgerafft habe, schwierig genug, die Wahrheit zu sagen. Ich habe nicht lange überlegt, wie ich es sage, denn die Sache, ich sage lieber Sache, ist klar. Mir ist sie klar, denn es ist meine, aber ich habe geahnt, dass es ihm auf das Wie ankommt, auf diesen Rattenschwanz von Motiv, Absicht und Folgen. Aber so ist diese Sache nicht, nicht meine, an der ihm so viel liegt, dass er Stunden und Tage mit mir verbringt. Ich habe langsam gesprochen, damit er mitkommt. Kaltes Zuhören und am Ende ein knappes Kopfschütteln. Er hat den Recorder gestoppt und die Lampe ausgeschaltet. Genug davon, hat er gesagt, dann lieber Schweigen. In diesem Moment habe ich gewusst, dass ich da bin, dass ich bei ihm angekommen bin. Geholfen hat mir das erst einmal nicht. Zurück ins Loch.

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