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K-11

Zeitschlieren an den Wänden, ein tropfender Wasserhahn (was sonst?), heruntergelassene Läden, Dunkel, in dem sie schweigend liegt, schwer, Lichtjahre entfernt von dem Gefühl, das sie empfunden hat, nachdem sie gehen konnte, er sie frei gelassen hat. Ein Gefühl, unähnlich der Freude, die man verspürt, wenn man etwas geschafft hat, endlich, über etwas Erreichtes, auf das man lange hin gearbeitet hat, über das Ende von Strapazen, die man sich auf dem Weg dorthin selbst auferlegt hat, eher eine Art Erleichterung, die sich in einem ausbreitet, wenn sich etwas jäh und unvermutet ereignet hat und das man sofort hinter sich lassen kann.
Jetzt keine Spur mehr davon, der unheimliche Begleiter, der sie monatelang nicht in Ruhe gelassen hat, ausgelöscht, an seiner Statt nichts, aus dem die Kälte gekrochen ist. Starr und blass wie in hellen Stein gemeißelt liegt sie auf dem Boden des Zimmers, Blut auf dem Gefrierpunkt, der Atem dünn, durchsichtig, an der Schwelle zur Gedankenlosigkeit. Der Eine, so nah, so fern. Ab und an, in einer Zeitspanne dehnbar wie Gummi, ein Huschen, mehr Geräusch als Bild, das ihren Körper in der Schwebe irritiert. Ein letzter Gast?

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