Zeit

Ho, ho, was du sagst, jetzt hör mal auf, du weißt genau, warum ich dich frage. Ich habe dir schon gesagt, was passiert, wenn du nicht redest. Ich kann die Lampe hier ausmachen. Dunkel. Es hilft dir nicht, es hilft mir nicht, dir aber noch weniger. Ich schicke dich zurück, nicht dahin, woher du gekommen bist, nein, du kommst an einen Ort, den du vorher noch nich kennengelernt hast. Also überlege es dir. Du verstehst nicht, worum es geht? Klar. Keiner weiß, worum es geht. Es geht aber nicht um das „es“. Das ist immer eine Ausflucht:  Es regnet, es geht, es handelt sich um. Was soll das? Was hast du gemacht?  Nur deshalb, nur wegen dieser Frage sind wir hier! Wir können jetzt hier herumlungern, bist du verschimmelst, aber was bringt das? Ich habe Hunger, du hast Hunger, du wirst … Kein Hunger? Nun, gut! Ich kann bis ans Ende aller Tage warten. Du auch? Wir haben Zeit, natürlich haben wir keine Zeit, Zeit kann man nicht besitzen, gut, dass du mich daran erinnerst, also, lassen wir sie dahin plätschern. Der Fluss? Auch ein schlechtes Beispiel. Die Zeit kein Fluss. Okay, geschenkt, aber ich habe recht, die Zeit ist nichts für uns, sie ist da, aber überhaupt nicht zu gebrauchen. Wo warst du am 12. März, genau, am 12. März, um 12 Uhr. Was das mit der Zeit zu tun hat. Nichts! Ich will wissen, wo du an diesem Tag, zu dieser Stunde warst. Du weißt nicht, wo du warst? Schlimm, schlimm, ich kann dir auf die Sprünge helfen. An diesem Tag hast du … Auch egal.

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Horst Senger

Lebt und arbeitet in Eltville als Autor.

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