Teil 7

Sie haben weiter ihre Geheimnisse voreinander, und auf diesen Heimlichkeiten beruhen ihre Hoffnungen und Befürchtungen. CEO Meyer hat verschwiegen, dass er vor dem großen Blackout noch ein Ferngespräch geführt hat, ohne dass es die anderen mitbekommen hatten. Er hat Marxheimer, den Vertriebschef, angerufen, um sich mit ihm zu besprechen wegen Greens Erpressung. Marxheimer hatte zugesagt, sich zu kümmern, das war ein ganz geriebener Kerl. Dem würde schon etwas einfallen. Natürlich hatte Meyer den von Green präsentierten Vertragsentwurf unterzeichnet, was hätte er auch anderes tun können in dieser Situation, aber Teilhaber von Incubus Inc. würde dieser Schuft niemals werden.
Auch Green hat für sich behalten, dass ihn noch anderes beschäftigt. Am Morgen erst hatte sie sich wieder bei ihm gemeldet. Diese unbekannte Stimme am Telefon, die ihm mittlerweile nur zu bekannt war. Eindringlich hatte sie zum wiederholten Male das Interesse bekundet, das ihre Auftraggeber an dieser Neuentwicklung der Firma Incubus Inc. haben. Wie immer hatte sie nicht gedroht, aber sie hatte Green nicht im Zweifel gelassen, dass sie mit seinem Entgegenkommen rechnet. Seitdem kalkulierte und spekulierte er mal wieder, welchen Topf er am besten auf die Herdplatte stellte. Er wusste, dass ihm nicht mehr viel Zeit bleiben würde, und dann kam ihm der Zufall zu Hilfe. CEO Meyers Notruf aus der Firma. Doch im Moment war der Incubus 3.0 völlig unbrauchbar und Greens Pläne sind vorerst Makulatur. Hat er sich tatsächlich so irren können?
So stehen die Dinge, während das kleine Grüppchen das stockdunkle Laboratorium verlässt, um in den ebenso stockdunklen Flur zu treten, wo nicht das kleinste Notlämpchen brennt. An der Wand lang tastend erreichen sie die Glastür, die den Sicherheitsbereich von den anderen Büros trennt, und Greens düstere Ahnung bestätigt sich. Die Tür ist aus hochfestem Sicherheitsglas und elektronisch verriegelt. Zwecklos sich abzumühen, sie lässt sich nicht öffnen.
Ratlos sinkt CEO Meyer auf den Boden, sitzt und kramt in den Hosentaschen, wo er ein altes Feuerzeug findet. Kurz darauf erhellt die kleine Flamme in winzigem Umkreis den Raum und wird dennoch begrüßt wie die Morgensonne. Concha hat die Stränge ihres wuchernden Haares um die Arme geschlungen wie eine Schleppe und versucht das Gesicht einigermaßen frei zu halten. Green, der Verräter und Bastard, bietet auch einen jämmerlichen Anblick, aber noch jämmerlicher ist zweifellos Meyers Ebenbild aus dem Incubus. Und hier verbrennt sich der Chef die Finger an dem heiß gewordenen Feuerzeug und lässt es fallen.

Bruno Septin, froh mal entspannt arbeiten zu können, registriert auf einem seiner Überwachungsmonitore, dass drüben auf der anderen Seite des großen Teichs etwas in Bewegung geraten ist, das sich eigentlich nicht mucken sollte. Er prüft noch einmal die Voreinstellungen des Überwachungsprogramm, um sicher zu sein, dass die Bewegungsanzeige nicht einen Artefakt darstellt. Nachdem der Check keinen Zweifel mehr an der Echtheit der Bewegungssignale lässt, folgt Septin gespannt der Datenanzeige auf dem Schirm. Und mit dem, was er da sieht, hat er nicht gerechnet. Da läuft doch der Former des Kunden, der so richtig das Zeug hat Incubus Inc. das Genick zu brechen, weil er in unmittelbarer zeitlicher Nähe mit der Nutzung des Incubus 3.0 aus dem Leben geschieden ist, was die Chefs hier im Laden nervös gemacht und was ihnen nicht nur einen unruhigen Schlaf, sondern auch eine Nachfrage des FBI beschert hat, das auf Ersuchen deutscher Behörden tätig geworden ist, nachdem die deutsche Polizei an die Videoaufzeichnung des Incubus 3.0 gekommen ist. Vertriebschef Marxheimer ist es gelungen, die Herausgabe der geforderten Unterlagen bis dato hinauszuzögern. Und sollte die Hinhaltetaktik nicht mehr lange funktionieren, hat Green schon von der FBI-tauglichen Aufbereitung entsprechender Daten gesprochen, um ein bisschen Druck vom Deckel zu nehmen. Septins Prüfung der Videoaufzeichnungen und der Programmdaten hat keinerlei Hinweis auf eine Störung von Soft- oder Hardware gegeben. Und für Septin, Manjeer stimmt ihm da zu, steht das Ableben des Kunden in keinem Zusammenhang mit der Funktionsweise des Incubus 3.0. Selbst die kurz vor dem Tod angefertigte Materialisation hat sich nach Ablauf der voreingestellten zeitlichen Frist aufgelöst, wie das Datenarchiv belegt. Als Septin versucht, die visuelle Überwachung zu aktivieren, um schnell auszumachen, wer den Former betätigt hat und mit welchem Resultat, stürzt Manjeer in den Raum.
„Bruno, komm, komm, Du musst …“
„Manjeer!“, brüllt Septin den auf ihn Zukommenden an, „jetzt nicht!“
„Doch, sofort …“
„Sag mal, hörst Du schwer? Ich bin beschäftigt.“
„Bruno, das ist wichtig, sehr wichtig. Es geht um Dich.“
„Ich entscheide, was für mich wichtig ist und was nicht, kapier das doch, Manjeer!“ Septin ist aufgebracht, ein Gefühl, das sich selten bei ihm einstellt, vor allem nicht während des Jobs. System und Gründlichkeit heißt es bei ihm, da haben Emotionen keinen Platz.
„Bruno, das musst Du Dir ansehen, komm, und zwar sofort, glaub mir, Du wirst sehen. Nun mach schon.“
Septin kann sich Manjeers Beharrlichkeit und der Eindringlichkeit seiner Worte nicht mehr entziehen: „Ok, dann zeig mir mal, was da so wichtig ist.“
Er folgt Manjeer in den gegenüberliegenden Arbeitsraum, wo er auf einen Monitor zusteuert. „Komm setzt Dich hier hin, Bruno!“ Septin setzt sich vor den Monitor, auf dem Manjeer auf Mausklick ein Video ablaufen lässt. Nach nur wenigen Videosequenzen bricht es aus Septin heraus: „Das gibt’s doch nicht, das kann doch nicht sein!“
„Weißt Du jetzt, warum ich Dich gerufen haben?“
„Das ist ein Hammer, unglaublich, woher stammt das Videomaterial?“
„Das sind Aufzeichnungen von einem deutschen Kunden, heißt Ka.“
„Ka?“
„Ja, Ka!“
„Komischer Name! Ist auch ein durchgeknallter Typ, wie die Aufzeichnungen zeigen.“
„Ist das einer von den beiden, um die wir uns zuallererst kümmern sollten?“
„Ja!“
„Dann kennt Green das Material? … Und sagt kein Wort!“
„Kann sein, Bruno, muss aber nicht! Bevor Du da auftauchst, ist eine Menge abgefahrener Sachen passiert, die allein den Green beunruhigt haben könnten, weshalb er uns so einen Druck gemacht hat.“
„Schön und gut, klingt plausibel, aber ich trau dem das zu!“
„Aber wir wissen es nicht, Bruno! Genauso wenig wissen wir, wer das im Video wirklich ist. Vielleicht ein Zwilling, ein Doppelgänger, muss ja keine Materialisation von Dir sein.“
„Manjeer, das glaubst Du doch selbst nicht. Es geht um den Incubus 3.0 und da taucht plötzlich wie aus heiterem Himmel ein leibhaftiger Doppelgänger auf. Das ist doch mehr als unwahrscheinlich.“
Beide schauen sich das gesamte Videomaterial, das der Incubus 3.0 in Kas Wohnung generiert hat an, wobei Septins Wahrnehmung der Videoaufzeichnungen von einem zunehmend flauen Gefühl im Magen und einigen Attacken von Herzrasen begleitet ist, das sein ausgeprägtes analytisches Denken stark beeinträchtigt.
„Komisch“, sagt Septin, „was ich da in den Videos sage, ist mir ganz und nicht fremd, aber ich weiß, dass ich niemals an diesem Ort gewesen bin, niemals!“
„Bruno, ich glaube, wir können das von hier aus nicht in den Griff bekommen.“
„Hast recht, ich muss dahin.“

Marxheimer, der Vertriebschef von Incubus Inc., steuert seinen Wagen auf den Firmenparkplatz. „Merkwürdig.“ sagt er. „Warum ist es nur so dunkel?“ In der Tat ist kein Lämpchen zu sehen, das brennt. „Ceo war ein wenig unklar bei seinem Anruf, mehr habe ich nicht rausbekommen, als dass Green uns auf´s Kreuz legen will.“
Prakash Manjeer nickt. Er ist angespannt, Greens Halunkerei wundert ihn nicht, er hat diesem Kollegen ohnehin nicht über den Weg getraut. Er legt das Handy beiseite, mit dem er zum wiederholten Male vergeblich versucht hat Bruno Septin zu erreichen. Marxheimers Anruf hatte ihn aus dem Bett geholt, aber nachdem er gehört hatte, was vorgefallen war, ist er hellwach. Der Inder hat sich nur seine Wickelhosen übergezogen und ganz gegen seine Gewohnheit ein T-Shirt übergestreift statt des hüftlangen traditionellen indischen Hemdes. Natürlich bemerkt dies Marxheimer sofort, als er den kauzigen Techniker mit dem Auto aufliest und kann sich einen spöttischen Kommentar nicht verkneifen. „Wie ich sehe, bist du dabei deine strengen Ansichten in Garderobenfragen zu korrigieren, Prakash.“ Manjeer spart sich eine Antwort, ihn beschäftigte anderes als die ironischen Spitzen des Vertriebschefs.
Marxheimer macht sich nicht die Mühe einen eingezeichneten Parkplatz anzusteuern. Er stellt den Wagen direkt vor dem Eingangsportal des Hauptgebäudes ab und die beiden Männer steigen aus.
„Ceo hat gesagt, dass sie im Laboratorium sind bei dem Prototyp, er und Green und noch irgendwer, doch Meyer hat ein wenig rumgedruckst, ich habe nicht rauskriegen können, wen er meinte.“
Manjeer untersucht die verschlossene Eingangstür und wirft einen Blick durch die Scheibe ins stockfinstere Foyer. Vergeblich versucht er seinen Berechtigungsausweis an dem kleinen Kasten neben der Tür scannen zu lassen, damit die Tür sich öffnet. „Sehr merkwürdig, alles wie ausgestorben.“ murmelt er.
Die beiden Männer sehen ein, dass ihnen der Zutritt ins Gebäude durch den Haupteingang verwehrt bleibt, und einen Moment sind sie ratlos. Dann erinnert sich Manjeer an eine so gut wie nie benutzte Hintertür, die so schlecht gesichert ist, dass es ihnen gelingt ins Haus einzudringen. Schwarze Dunkelheit empfängt sie.
„Weißt du, wie wir von hier ins Labor kommen?“ Unwillkürlich ist Marxheimers Stimme nur noch ein Flüstern. Der Inder schüttelt die in ihm aufsteigende Beklommenheit ab. Sachlich stellt er fest: „Stromausfall, im ganzen Haus, auf dem ganzen Gelände ist der Strom ausgefallen.“ Er hält inne. „Du sagst, Meyer hätte gesagt, Green hätte den Incubus manipuliert“, wendet er sich an Marxheimer, „aber er hat dir nicht gesagt, was unser feiner Kollege angestellt hat?“ Auch ohne ihn zu sehen, weiß Manjeer, dass der andere den Kopf schüttelt.
Kurz beraten die beiden Männer, ob sie zum Auto zurückkehren sollen, um eine Taschenlampe zu besorgen, und ärgern sich, weil sie nicht gleich daran gedacht haben. Doch sie ahnen, dass die Zeit drängt, dass sie sich beeilen müssen, dass jede Minute entscheiden kann. Ein dumpfes Geräusch, fern aus dem Innern des Gebäudes, aber deutlich vernehmbar, ein Poltern oder Plumpsen, als sei etwas Großes umgefallen, sorgt für die Entscheidung. Vorsichtig tasten sie sich voran und versuchen sich in der Dunkelheit zu orientieren.
„Hier müssen wir im hinteren Treppenhaus sein“, sagt Manjeer, „drei Stockwerke hoch, dann müssten wir zum Labor …“ Marxheimer, der dicht hinter ihm ist, packt ihn an den Schultern und zischt: „Sei mal still! Hörst du das?“
„Was meinst du?“
„Hörst du nicht die Schritte? Das sind doch Schritte, da läuft doch jemand.“
„Nein, ich kann nichts hören. Hallo, ist da jemand?“
Manjeer spürt, wie die Hand des anderen sich auf seinen Mund legt. „Still!“, flüstert Marxheimer. „Vielleicht ist es im Moment besser, wenn niemand etwas von unserer Anwesenheit weiß.“
„Hör mal, Marxheimer. Ich habe eigentlich kein Interesse an Gespenstergeschichten und Geisterbahn. Wir sind erwachsene Männer.“ Doch das erneute Zischen des anderen lässt ihn dann doch verstummen.

„Wie spät mag es wohl sein?“ CEO Meyers Stimme bemüht sich um Entschlossenheit. „Irgendwann muss doch die verfluchte Sonne aufgehen, irgendwann muss es doch dämmern und hell werden.“ Er stutzt, weil er keine Antwort bekommt. Ein Anflug von Panik erfasst ihn in der Dunkelheit. „He, hallo! Wo seid ihr?“ Keine Reaktion. Bis eben hat er sich mit seinen drei Gefährten durch die Finsternis getastet im Gänsemarsch und er vorneweg, wie es sich für den Chef gehört. Irgendwie waren sie durch Gänge, Türen und Zimmer gekommen, doch noch heraus aus dem Laborbereich, Meyer hatte gedacht, er kenne Incubus Inc. und seine Gebäude besser als seine Hosentasche, doch er muss sich eingestehen, dass er nicht mehr weiß, wo er ist, er hat völlig die Orientierung verloren. Das kleine Feuerzeug, das ihnen kurzfristig die Sensation des Lichtes und Sehens verschafft hatte, war auch abhanden gekommen. Es war sowieso so gut wie leer. „He, wo seid ihr denn?“ Seine Stimme wird etwas lauter. Als nichts geschieht, schiebt Meyer sich ein paar Schritte zurück. „Green! Wo steckst du? Verdammt, Miss Appeldoorn, so sagen Sie doch was! Concha!“ Es bleibt still. Seine ausgestreckte Hand fühlt in die Dunkelheit und stößt plötzlich gegen etwas, was den Mann kurz zusammenschrecken lässt. Meyer tastet und spürt, dann ruft er erbost: „Du natürlich!“ Er hat seinen ungeliebten Doppelgänger an dessen charakteristischem Kinn erkannt. „Wenn schon jemand verschwindet, warum kannst das nicht du sein?“ Die Kreatur antwortet nicht, doch sie scheint geahnt zu haben, was sein Gegenüber vorhat, und weicht zur Seite. Meyers wütender Schlag geht ins Leere. Green und Miss Appeldoorn jedoch sind verschwunden.

„Jetzt reichts mir aber, Manteufel!“
„Wenn der unbedingt in sein Büro will, dann kann er das haben. … Kommen Sie, Herr Schmitt oder wie auch immer Sie heißen, wir fahren in Ihr Büro.“
„Gern!“, sagt der Mann, der dem toten Schmitt gleicht, der vielleicht Schmitt ist, weshalb Kleinfeld auf dem Gang zum Auto, mehr, um seine Sinne zu beruhigen als aus Vernunftgründen, in der Pathologie anruft, um sich zu vergewissern, dass dort der Leichnam von Bernd Schmitt liegt. „Nur mal so, Manteufel, damit Sie es wissen. Der Schmitt, der liegt noch in der Patho.“
„O.k., Chef!“
Nach der Auskunft der Dame an der Rezeption befindet sich Schmitts Büro im fünften Stock, also da, wie von Kleinfeld erwartet, wo auch sein Vorgesetzter van der Weiden residiert.
„Und“, fragt Manteufel, „Herr Schmitt, wissen wir nun, wo wir sind?“, als Sie den Aufzug verlassen.
„Jetzt, wo ich hier bin, nimmt alles klare Gestalt an, was vorher undeutlich oder unerreichtbar gewesen ist. Hier gleich rechts in diesem Flur ist mein Büro. Folgen Sie mir, ich zeige es Ihnen.“ Verduzt schauen sich Kleinfeld und Manteufel an. Als sie hinter dem hergehen, von dem sie nicht wissen, ob er Schmitt ist oder nicht, taucht auf dem Gang, aus seinem Bürozimmer kommend, van der Weiden auf, der beim Anblick des Mannes, der den beiden Kommissar vorangeht, steht bleibt, ihn aus eisgefrorenem Gesicht anstarrt. Auch der vermeintlich Schmitt stoppt seine Schritte. Sekundenlang nur vier regungslose Figuren auf dem Gang. Dann löst sich van der Weiden als erster aus seiner Erstarrung, stürzt auf den vermeintlichen Schmitt zu, und noch ehe die Kommissare den Angriff realisieren, packt er ihn mit beiden Händen an die Gurgel, dabei den, den er für Schmitt hält, und sich selbst zu Boden reißend. „Schmitt, Du verdammter Hurensohn, …wo hast Du nur …“, die letzten Worte gehen in einem Ächzen unter.
Nach dem die Kommissare sich von ihrer Überraschung erholt haben, reißen sie in einer gemeinsamen Kraftanstrengung van der Weiden vom Körper des anderen, vor allem von dessen Kehle los. Etwas blau eingefärbt und röchelnd liegt der, der Schmitt sein könnte, auf dem Boden. Die Kommissare halten van der Weiden im Polizeigriff.
„Ruhig Blut, Herr van der Weiden, Sie wollen sich doch nicht unglücklich machen.“
„Ruhig Blut, pah“, blafft van der Weiden, „wegen dem Scheißkerl hab ich in U-Haft gehockt, weil der sich irgendwo verkrochen hat, und jetzt spaziert er seelenruhig hier herein …“
Van der Weiden sucht sich aus dem Griff zu lösen, was ihm nicht gelingt, nur mehr Schmerzen bereitet, wie es sein Stöhnen verrät.
„Verhalten Sie sich ruhig, dann können wir Sie wieder loslassen.“
„Ja doch, Leute! Hab mich wieder im Griff. Alles klar. O.k.?“
Die beiden lockern den Griff, halten van der Weiden aber noch fest. Der, den alle für Schmitt halten, hat sich wieder von der Attacke erholt, sitzt tief durchatmend mit aufgerichtetem Oberkörper auf dem Boden des Gangs, auf dem sich mittlerweile eine Reihe Gaffer versammelt hat.
Nichts passiert, was Sie interessieren müsste“, wendet er sich an die Schaulustigen, „gehen Sie wieder in Ihre Büros. Hier gibt’s nichts für Sie zu tun.“ Kleinfelds Schroffheit verfehlt nicht ihre Wirkung. Die Leute ziehen sich rasch wieder in ihre Büros zurück.
„Sind Sie wieder in Ordnung, Herr Schmitt?“ Der am Boden Sitzende nickt.
„Ich denke, es ist das Beste, wir gehen in Ihr Büro, Herr van der Weiden, und ich hoffe mal, ganz ruhig und unaufgeregt“, sagt Kleinfeld und lässt van der Weiden los.
Auch Manteufel lässt von van der Weiden ab, wendet sich Schmitt zu, dem er seine Hand als Aufstehhilfe reicht. Schmitt packt zu und erhebt sich vom Boden, meidet aber jeden Blickkontakt mit van der Weiden. Angeführt von Kleinfeld gehen die vier Männer in van der Weidens Büro, in dem sie sich aus Mangel an Sitzgelegenheiten um van der Weidens Schreibtisch herum postieren.
„Tut mir leid, meine Herren Kommissare, weiß nicht, was da bei mir vorgegangen ist. Aber die letzte Zeit, eine schwere Zeit, wenn man so zu Unrecht, …“
„Nur weil wir Sie freigelassen haben, heißt das noch langen nicht, dass die Sache so klar ist, wie Sie sich das wünschen“, raunzt Kleinfeld.“
„Was ist denn noch unklar, hier steht doch der Mann, dessen Tod ich angeblich zu verantworten habe, quicklebendig, lebendiger geht es doch gar nicht.“
„Sind Sie sich sicher, dass es sich bei dem Mann, dem Sie an die Gurgel gegangen sind, um Schmitt handelt. Ganz sicher?“, fragt Manteufel.
„Und ob!“
„Und Sie Herr Schmitt, kennen Sie diesen Herrn hier?“
„Ich kenne ihn. Er ist nicht gut auf mich zu sprechen. Ich weiß es genau. Jetzt, wo ich hier bin, weiß ich, dass ich hier bin und mit wem ich es zu tun haben. Er schikaniert mich. Er beurteilt mich schlecht. Er will mich loswerden. Ich habe Angst vor ihm. Er hat ’s auf mich abgesehen.“
„Warum haben Sie Angst,“ hakt Manteufel nach,
„Weil er mich ständig kontrolliert, weil er darauf wartet, dass ich einen Fehler mache, er wartet darauf, mich fertig zu machen. Dann wird er mich wieder packen, wie eben, aber noch schlimmer. Der lässt mich dann nicht mehr los.“
„Das muss ich mir nicht anhören, Schmitt, Sie sind eine Null, ein Versager, schon immer gewesen und dazu noch ein mieser Intrigant, erst bringen sie mich mit der Totstellnummer in den Knast und dann tauchen Sie hier auf und erzählen solch einen Blödsinn … “
„Wie spät ist es?“
„Herr Schmitt, was soll denn das jetzt?“
„Wie spät ist es?“
„Der hat doch einen an der Klatsche!“
„Herr van der Weiden, jetzt mäßigen sie sich mal ein bisschen, …
„Das ist doch irres Geschwätz!“
„Wie viel Uhr ist es?“
„Jetzt ist mal gut, Herr Schmitt.“
„Sieben!“ Manteufel ist hörbar genervt.
„Ist heute Sonntag?“
„Oh, Mann, nein, heute ist Donnerstag.“
„Donnerstags arbeite ich bis neun, aber nicht hier, das ist nicht mein Büro. Das ist das Büro des Leuteschinders … „Ich glaub ’s ja nicht, der macht einfach weiter, dieser Idiot, langsam habe ich die Schnauze aber gestrichen voll …“
In diesem Moment wendet sich der, den die Anwesenden als Schmitt betrachten, der Tür zu, öffnet sie und noch ehe er die Tür ganz passiert hat, dreht er den Kopf noch einmal, grinst van der Weiden an und zeigt ihm den Stinkefinger. Was sich dann vollzieht, geschieht innerhalb von Sekunden und ohne dass die Kommissare die Chance haben, es zu verhindern. Van der Weiden greift etwas, was sich danach als Brieföffner herausstellen wird, vom Schreibtisch, rast auf den vermeintlichen Schmitt zu, der mittlerweile aus der Tür getreten ist, und rammt ihm den Brieföffner in den Rücken.
„So eine Kacke,“ entfährt es Kleinfeld, als der herbeigerufene Notarzt ihm mitteilt, dass der, den Sie in den letzten Stunden immer Schmitt genannt haben, tot ist. Van der Weiden, der mit Handschellen gefesselt in seinem Büro sitzt, hat also einen Volltreffer gelandet. Natürlich werden die Kollegen der Spurensicherung, die er gerufen hat, sie fragen, wie das zwei Profis wie ihnen passieren kann, warum sie nicht eingegriffen haben, um den tödlichen Stich zu verhindern, aber das ist jetzt das geringere Problem von Kommissar Kleinfeld. Was ihn drückt, ist, dass es jetzt zwei Leichen gibt, zwei Schmitts, die einander gleichen wie ein Ei dem anderen, und man ihn löchern wird, diesen Umstand zu erklären, der für ihn selbst rätselhaft ist. Eine endlose Fragerei wird über ihn hereinbrechen, man wird nicht locker lassen, in allen Akten wühlen und seine Berichte zerpflücken und der Staatsanwalt wird ihn nicht aus den Fängen lassen. Je plastischer sich die Bilder von seinen nächsten Tagen in seinem Kopf abzeichnen, desto weniger Lust verspürt Kleinfeld, sich dem auszusetzen. Er winkt Manteufel zu sich.
„Manteufel, das wird sehr unangenehm werden, denken Sie nicht auch?“ Manteufel nickt nur, wundert sich aber, dass sich sein Chef nach seiner Einschätzung erkundigt.
„Zwei gleiche Leichen in der Patho, da kommt dann eine ganze Menge Fragen auf uns zu, die wir jetzt noch nicht, … ich meine, wir sollten uns selbst erst mal ein umfassendes Bild verschaffen.
„Sehe ich auch so, Chef, aber die Zeit haben wir nicht, wir können den Schmitt doch nicht einfach hier in der Abstellkammer deponieren.“
„Das nicht, Manteufel, aber ich kennen da einen, der arbeitet in einer anderen Patho und den könnte ich bitten, dass er die Leiche annimmt. Der ist mir noch was schuldig und unseren Leichenfuzzies sage ich halt, dass unsere Patho dicht ist und es diesmal ausnahmsweise woanders hingeht.“
„Klingt nicht schlecht. Hoffe mal, es klappt.“
„Ich werde ihn gleich mal anrufen“. Kleinfeld geht in ein leeres Büro, um in Ruhe zu telefonieren. Als er wieder heraustritt, hebt er den Daumen seiner rechten Hand. Auch Manteufel ist in diesem Moment erleichtert.

Marxheimer und Manjeer tasten sich durch die Finsternis. „Weißt du, wo wir sind?“
„Ich bin mir nicht mal sicher, in welcher Etage wir sind.“
Sie erreichen eine Stelle, an der sich zwei Korridore kreuzen. Etwas ratlos halten sie inne. „Wir sollten uns trennen.“ befindet Manjeer. Das gebietet einerseits die Zweckmäßigkeit, andererseits geht der Vertriebsleiter dem indischen Ingenieur allmählich auf die Nerven mit seiner Nervosität, wie er sich immer wieder an ihn drängt, um sich seiner Anwesenheit zu versichern, der gepresste Atem und der penetrante Herrenduft. Erstaunlicherweise erhebt Marxheimer keine Einwände. „Gut, Prakash. Wir trennen uns. So finden wir Meyer wahrscheinlich schneller. Ich nehme den linken Gang.“ Zum Abschied klopft er dem anderen auf die Schulter und schon hat ihn das dunkle Nichts verschluckt. Verwundert blickt Manjeer in die Richtung, in die sein Kollege verschwunden ist, doch dann macht er sich entschlossen auf den Weg. Er glaubt sich nämlich keineswegs so orientierungslos, wie er seinem Begleiter vorgespielt hat. Und er hat etwas zu erledigen, denn sein kleines Geheimnis bereitet ihm Sorgen. Prakash glaubt den Flur identifiziert zu haben, in dem sich sein Arbeitszimmer befindet. Hier ist der vertraute Wasserspender, den Stuhl, über den er gerade gestolpert ist, identifiziert er als Teil der Sitzgruppe in der Ecke des Ganges, drei Türen weiter auf der rechten Seite, dort muss sein Zimmer sein. Dort muss er hin, dort muss er nach dem Rechten sehen.

Auch Marxheimer hat eigene Pläne. Seine Nervosität war Maskerade gewesen. Er hat nur einen Vorwand gesucht, wie er den schrulligen Inder loswerden konnte, denn auch er macht sich Sorgen. Auch er glaubt sich in der Nähe seines Büros, wo sein kleines Privatexperiment verstaut ist, von dem er noch niemanden erzählt hat, von dem niemand in der Firma weiß bisher. Ein Experiment, auf das vermutlich nur Werbe- und Marketingfuzzis kommen können. Der Vertriebschef von Incubus Inc. beschäftigt sich mit einem neuen Produkt, das noch nicht den Entwicklungsstand hat, um es CEO Meyer und dem Vorstand schon vorzustellen. Aber Marxheimer ist überzeugt, dass seine Idee genauso einschlagen wird wie der Incubus 3.0, und dabei ist sie so einfach und folgerichtig wie eine geniale Idee nur sein kann. Bisher tat die gesamte PR- und Werbeindustrie nichts anderes als Kampagnen zu fahren, Strategien zu entwickeln wie Productplacement, Imagekonstruktionen, Brandings, Hypes, Werbeikonen, Alleinstellungsmerkmale, mal plumpe, mal subtile Überzeugungs- und Überredungskonzepte, um dem Endverbraucher beizubiegen, was er zu verbrauchen hat. Dank des Incubus 3.0 ist Marxheimer auf einen anderen, den gegenteiligen Ansatz gekommen. PR und Werbung ist nicht mehr der Mittler zwischen Produkt und Konsument, weil sich mittels des Incubus ein Konsument schaffen lässt, der nicht überzeugt werden muss von einem Produkt, weil er ohnehin alles erwerben, alles besitzen, alles haben möchte. Ein neuer Konsument, der die Werbung und die Werbebranche mit all ihren Agenturen samt Vertriebsleitern und kreativen Köpfen von ihrem Erfolgszwang befreit, weil der Erfolg garantiert ist, weil das beworbene Produkt sich sowieso verkauft wie geschnitten Brot. Und der Prototyp dieses neuen Konsumenten lagert im Büro des Vertriebsleiters der Firma Incubus Inc., sitzt verborgen hinter einer Stellwand und wartet auf seinen Einsatz. Marxheimer tastet sich durch die Finsternis und glaubt sein Büro gleich zu erreichen. Er muss sicherstellen, dass sein Projekt nicht gefährdet ist.

Prakash Manjeer, der Hightech-Inder in Wickelhosen, hat ebenfalls etwas zu verbergen. Auch er hat sich des Incubus 3.0 bedient, um eine Idee zu materialisieren, die ihn umtreibt, seit er denken kann. Manjeer war schon immer ein politischer Mensch gewesen. Nie wollte er sich mit den Ungerechtigkeiten dieser Welt arrangieren, nie wollte er Realpolitik akzeptieren, den Kompromiss, der die nächste Ungerechtigkeit schon in sich birgt. Wie er Politiker dieses Schlages verachtet! Und noch immer glaubt Manjeer an die Möglichkeit eines wenn schon nicht friedvollen, harmonischen Lebens auf diesem Planeten, dass dann wenigstens diejenigen hier das Sagen haben, auf die bislang niemand zu hören müssen glaubt: die Erniedrigten und Beleidigten, die Massen der Armen und Verelendeten, die Hoffnungslosen und Aussortierten. Und doch weiß Manjeer von der Vergeblichkeit dieser Illusion, die menschliche Geschichte gibt wenig Anlass zur Zuversicht. Gerade als Gegenmittel zu diesem peinigenden und peinlichen Gefühl der Vergeblichkeit und Trost- und Aussichtslosigkeit hat der Ingenieur sich einen Gesprächspartner geschaffen, der ihm den Mut zu utopischem Denken bewahren hilft. Ein erst imaginierter und jetzt dank des Incubus materialisierter Freund und Berater, mit dem auszutauschen Manjeer ein regelmäßiges Bedürfnis geworden ist. Er weiß, dass er in der Firma noch mehr Getuschel und Gespöttel auf sich ziehen würde, wenn bekannt würde, was bzw. wen er in seinem Arbeitszimmer beherbergt, deshalb verschweigt er lieber die Existenz seines Geschöpfes. Zu altmodisch, zu sehr aus der Zeit gefallen sind die Vorstellungen des Inders, sie passen nicht in die Hightech-Welt der Optimierungen, Rationalisierungen, Kapitalisierungen von allem und jedem, in der alles aussortiert wird, was keinen Profit erwirtschaftet oder zumindest verspricht. Nein, es muss niemand wissen, womit und mit wem Manjeer sich tröstet in seinen dunklen Stunden. Er hat sich durch die Finsternis vorangetastet und die Tür erreicht, hinter der er seine Kreatur vermutet: seinen mechanical buddha.

Ka wird wach, es ist hell, ein milchiger Nebel umgibt ihn, der sich langsam auflöst und den Blick freigibt auf das Zimmer, in dem er sich befindet. Ein Tisch, ein Stuhl, ein Fensterkreuz, ein Waschbecken und die geweißten Wände sind die Ankerpunkte Kas, von denen aus er das Gesamtbild zusammenfügt und zu dem Schluss kommt, dass er sich in einem Klinikzimmer befindet. Ohne noch darüber nachzudenken, was dieser Umstand bedeutet, stellt Ka bei dem Versuch, seinen Körper ein wenig im Bett aufzurichten, fest, dass er ans Bett gefesselt ist. Man hat ihn fixiert. Während er in dem Moment davor noch arglos und mental unvoreingenommen seine Situation vergegenwärtigt hat, packt seinen Körper nun ein Gefühl der Enge und Ka versucht es mit aller Kraft abzuschütteln, aber die Fesseln lassen seinen Versuch scheitern. Ka ist keiner, der schnell aufgibt, und also haut er noch ein paar Mal alle Energie rein, die er aufbringen kann, um seine Fesseln zu zerreißen, aber es misslingt und Ka liegt schweißüberströmt und kurzatmig im Bett. Und da er hier im Krankenzimmer nicht weiterkommt, wendet Ka sich dem Rückwärtigen zu. Zuallererst der Frage, wie er denn in dieses Zimmer gekommen ist. Woran sich Ka erinnert, worüber er sehr froh ist, weil er mit dieser Vorstellung seine Panik ruhigstellen kann, ist der Flur seiner Wohnung. Er sieht vor seinem inneren Auge, wie er durch den Flur läuft, die Tür aufreißt und ins Freie tritt. Von dort aus, von diesem Bild aus führt ihn kein Weg, keine Brücke in das Zimmer, in dem er sich befindet. Nichts, da ist nichts dazwischen. In diese Lücke dringt ein Geräusch. Ka bewegt seinen Kopf in Richtung des Geräusches und sieht, dass sich die Zimmertür öffnet. Ein Mann in dunklem Anzug betritt das Zimmer, hinter ihm eine Frau in weißem Kittel. Der Mann kommt ans Bett, bleibt davor stehen und betrachtet ihn. Stille. Auch Ka sieht den Mann stumm an und jäh, begleitet von heftigem unwillkürlichem Aufbäumen und Reißen an seinen Fesseln, erkennt Ka den Mann vor seinem Bett.
„So beruhigen Sie sich doch, wir wollen Ihnen doch nur helfen“, sagt der Mann sanft.
„Machen Sie mich los, machen Sie mich sofort los“, brüllt Ka.
„Schwester, spritzen Sie ihm noch einmal Lorazepam.“
„Ich will keine Spritze, ich will hier raus. Sie können mir nicht helfen, Sie nicht!“
„Diese Spritze, sie wird Ihnen guttun, sie werden ruhiger und dann sehen wir weiter.“
„Nein, ich will das nicht, ich weiß doch, dass Sie keine Ahnung haben, ich kenne Sie doch, Professor Krähe.“
„Woher kennen Sie mich?“
„Tun Sie doch nicht so, Sie waren doch bei mir zu Hause.“
„Das kann nicht sein, ich mache doch keine Hausbesuche.“
„Mir doch egal!“
„Schwester, die Spritze, geben Sie ihm die Spritze.“
„Hey, Professor Krähe“, Ka reißt wieder an seinen Fesseln, „jetzt binden Sie mich doch los.“
Aber der Mann, den Ka als Prof. Krähe ausgemacht hat, wendet sich ab, verlässt das Zimmer. Die Frau im Weißkittel zieht ein Spritze auf.
„Entweder Sie geben jetzt Ruhe und lassen mich jetzt spritzen oder ich muss ein paar starke Jungs holen, die das dann für mich erledigen. Die sind nicht gerade zimperlich.“
Ka fügt sich ins Unvermeidliche.
Ein paar Minuten nach dem Spritzen fühlt Ka, wie sich seine Anspannung löst. Er fühlt sich leicht, so leicht, dass er seine Fesseln nicht mehr spürt. Er hat das Gefühl, im Zimmer zu schweben, alles von oben betrachten zu können. Auch sich selbst. Und auch das, was er denkt und was er sich vorstellt. Er treibt durch einen Bilderflur, in dem der Junge auftaucht, der schutzbedürftig ist und auch wie ein wildes Tier, der sich hat streicheln lassen und der ihn gebissen hat, mehrmals, der sich Franz nennt und wie er aussieht, der so aussieht, wie er ausgesehen hat, als er ein Kind gewesen ist. Und Ka sieht, da er leicht ist und ohne Angst, in den Augen des Jungen seine Augen. Der Junge ist Ka, und also wird er tun, was Ka getan hat, was schrecklich ist. Ka muss das verhindern, soviel steht für Ka fest. Er wird den Jungen annehmen, es anders machen, als sein Vater es mit ihm gemacht hat. Es ist doch so leicht, denkt Ka, bevor er einschläft.