Szene 4

Im Hochgebirge zeigt Diana ihrem Begleiter die Pforte in der Felswand, Teil des Venusberges, dem Sitz aller Üppigkeit und Wollust. Sie greift seine Hand, will ihn hinein führen, als prustend und verschwitzt ein Mann heranstürzt. Vor großer Gefahr warnend stellt er sich ihnen in den Weg. Dianas Begleiter versucht den Störer beiseite zu schieben. Der Mann widersetzt sich dem, drängt sich zwischen beide. Wer sind Sie, dass Sie sich uns entgegenstellen, herrscht Dianas Begleiter ihn an. Sind Sie nicht unser Wirt, ansonsten stets zu unseren Diensten. Gibt es da etwa einen Befehl, den Sie höher erachten als den unseren und dem Sie blindlings zu gehorchen trachten? Vor der Felswand zwischen Diana und ihrem Begleiter bleibt der Mann still, für Sekunden noch. Dann stößt sein Kopf zu. Dianas Begleiter sinkt getroffen zu Boden. Alle drei reglos vor der Felswand. Hochoben kreist ein Vogel. Diana tritt auf den Mann zu, umarmt ihn, birgt ihren Kopf an seiner Schulter. Der Mann stößt Diana von sich. Sie atmet schwer, wirft sich ihm zu Füßen, umklammert seine Beine. Ihr Gesicht vor seinem Geschlecht. Hochoben noch immer der Vogel. Diana nestelt an seinen Hosenschlitz, immer ungeduldiger. Der Mann greift ihr in die Haare, zieht ihren Kopf nach hinten. Sie befreit sich aus seinem Griff, steht auf, erst leise, dann lauter sagt sie, flehentlich: Ich lechze nach mir, das war eigentlich das fortwährende Thema meiner letzten Jahre, bis heute. Der Mann, erhitzt, hilft Diana an ihr Ziel zu kommen. Das sich härtende Fleisch in Händen, triumphierend, spricht sie wie zu sich selbst: Wie artig weiß der Hund Geist zu kuschen, wenn ihm ein Stück Geilheit angeboten wird. Während Diana sich an ihm zu schaffen macht, reift in ihm der Gedanke heran, dass er eines Tages auch ohne jenes kleine ES auskommen könnte, zu dem sich jetzt sein ehrliches altes Ich verflüchtigt hat. Während hochoben der Vogel seine Runden dreht, empfindet der Mann, an dem Diana saugt, den Drang, sich ein Auge auszureißen. Vielleicht auch das andere.