Szene 7

Vor dem Bürohochhaus eine Kette Uniformierter. Davor, auf dem Platz eine Menschenmenge, nervös hin und her wogend. Darüber eine krächzende Megafonstimme: Hütet euch, das Feuer anzufachen, hütet euch, es zu löschen. Ihr könnt euch leicht an den Flammen die Finger verbrennen. Ja, es ist ein Leichtes, meinen Rat, meine Bitte zu ignorieren, gelte ich euch doch als Träumer und Fantast. Der Gedanke geht der Tat voraus, wie der Blitz dem Donner. Ihr jedoch, ihr habt nicht die Kraft einen Blitz zu zünden. Ein Johlen geht durch die Meute. Stinkefinger, Fäuste und Feuerzeuge ragen in den Himmel. Einer aus der Menge schreit: Ich weiß es, ich fühle es. Auf dem Dach des Bürohochhauses, ein Einsatzleiter mit hämischem Blick auf die Menge: Hier wird mal wieder das Verlangen des Publikums laut, Schuldige zu finden. Denn darum handelt es sich immer: man braucht Schuldige, wir auch. Die Schlechtweggekommenen, also nicht wir, sind in Aufruhr über sich und brauchen Opfer, um nicht an sich selbst ihr Vernichtungsmütchen zu kühlen, was vernünftig wäre. Die Menge auf dem Platz zerstreut sich langsam. Oben, auf dem Dach des Bürohochhauses wendet sich der Einsatzleiter an einen seiner Untergebenen, vertraulich: Wer alles bei den Menschen begreifen wollte, der müsste alles angreifen. Aber, Sie wissen ja, wir wollen uns die Hände nicht schmutzig machen. Vor dem leeren nächtlichen Platz vor dem Bürohochhaus erscheint der General, begleitet von sechs Jünglingen, weiß, in kurzen Hosen, Fackeln in Händen. Vom Bürohochhaus seilen sich Musikanten ab, mit Vogelgesichtern und wunderlichen Saiten- und Blasinstrumenten. Von den Rändern strömen Tanzgruppen auf den Platz. Der General ist glücklich über seine Gefolgschaft. Das Einzige was wirklich zählt.