2026

Wir schreiben das Jahr 2062 und Kommissar Vier flucht. Soeben hat er den heikelsten Auftrag seines Lebens erhalten. Er ist schon lange in Diensten des Departements für Transparenz und Geschmeidigkeit, aber so etwas ist ihm noch nicht untergekommen. Bislang hat er Menschen aufspüren müssen, und nun soll er einen Text oder ein Buch, ganz klar ist ihm das auch nicht, [weiterlesen]

Kissen im Fenster

Ich wohne an einer Straße. Morgens gehen Kinder die Straße entlang zur Schule. Erst kommen zwei. Dann weitere drei. Manchmal kommt nur eines. Aber es kommen einige. Ich habe sie noch nie gezählt. Sie gehen hintereinander, nehmen keine Notiz voneinander. Nur am Samstag und am Sonntag geht keines in der Straße entlang. Wenn weder Samstag noch Sonntag ist und nach [weiterlesen]

Hinter den Wänden

Die letzten tragischen Worte der Nacht springen von meinem Schreibtisch, verpuffen lautlos in den ersten Strahlen und meine Zweifel kriechen zurück in die feuchte Erde des Morgens. Staubdurchwirkt und aufdringlich überzieht das Hell mit scharfkantigen Streifen das Zimmer. Hinter den Jalousien der Lärm der Straße, dazwischen eine verstörte Vogelstimme. Ein neuer Tag tropft taktlos vom Himmel. Nackt liege ich auf [weiterlesen]

Morgens

Es gibt Tage, die sind zum Fortfliegen. Ich stehe auf, weiß nicht warum, kann mit meiner Wachzeit nichts anfangen, bin aber kein bisschen müde. Ich schaue aus dem Fenster. Ein paar Zweige hängen schlapp, von der Hitze ausgelaugt, vor dem Fenster. Das Sehen langweilt, keine Zeit für Meditationen. Mein Hirn ist wie ein Schwamm. Beim Duschen rollt sich meine Seele [weiterlesen]