10 min

Hier! Der Schließer grinst, legt ein paar Blatt Papier und einen Stift auf den Tisch. 10 Minuten! Mehr Zeit hast Du nicht! Der Schließer grinst noch einmal breit und geht. Mehr Zeit hast du nicht? Was soll das? Wartet das Exekutionskommando auf mich? Habe ich da etwas nicht mitbekommen? Bin ich in das Pelican Bay State Prison gebeamt worden? Eine [weiterlesen]

Morgens

Es gibt Tage, die sind zum Fortfliegen. Ich stehe auf, weiß nicht warum, kann mit meiner Wachzeit nichts anfangen, bin aber kein bisschen müde. Ich schaue aus dem Fenster. Ein paar Zweige hängen schlapp, von der Hitze ausgelaugt, vor dem Fenster. Das Sehen langweilt, keine Zeit für Meditationen. Mein Hirn ist wie ein Schwamm. Beim Duschen rollt sich meine Seele [weiterlesen]

Neulich am Morgen

Ich öffne die Augen, registriere die Schwere meines Leibes. Ich bin verschwitzt und mein Herz krampft sich zusammen. Ich will nicht aufstehen, nicht wach werden. Ich bin in meinem Bett. Ich will woanders gewesen sein, als ich mich niedergelegt habe. Ich bin jedoch hier. Das ist mein Zimmer. Vom Bett aus sehe ich durchs Fenster auf die gegenüberliegende Hausfront, auf [weiterlesen]

Dem Schlaf entgegen

Der Alltag frisst sich, hinein ins Blech, in die Wände, in mein Hirn, in die Ritzen meiner vergangenen Zeit, die Zukunft auf einen Punkt zusammengeschrumpft: die nächste Stunde. Tanzen? Mich im Raum bewegen, jede Minute mit Bewegungen ausfüllen? Einatmen, ausatmen, mehr nicht? In der Zeitung blättern, die Langweile strecken? Noch 32 Minuten. Ich gebe sie weg. Der Alltag frisst, ich [weiterlesen]

Was für ein Tag

Just in time. Er ist gut in der Zeit, die Vorspeise fast fertig, das Fleisch im Backofen, er gießt sich einen Schluck Wein ein, weil alles so vortrefflich gelaufen ist, nur einen kleinen Schluck, weil sie nicht denken soll bei der Begrüßung, er weiß ja nicht, wie nahe man sich gleich kommt, dass er ein heimlicher Alki ist, ein winziger [weiterlesen]